Chauffeur-Tausch: Zentralschweizer Unternehmen helfen sich aus

Not macht erfinderisch: Jetzt, wo der öffentliche Verkehr und noch viel mehr das Reisecar-Geschäft massiv unter Druck stehen, sind gute Ideen gefragt. Ein besonders sympathischer Deal kam zwischen der Auto AG Rothenburg und Gössi Carreisen Horw zustande. Chauffeure werden temporär ausgeliehen und sammeln so neue, wertvolle Erfahrungen.

Der Gössi-Chauffeur Matthias Kempter steuert jetzt im Rahmen einer Kooperation einen Linienbus der Auto AG Rothenburg.

Marco Gössi: «Die Corona-Situation ist für uns äusserst schwierig, denn seit März 2020 stehen unsere Reisecars in der Halle und unsere Chauffeure befinden sich dauerhaft in Kurzarbeit. Ich schätze deshalb die Initiative der Auto AG Rothenburg, auf partnerschaftlicher Basis einzelne Chauffeure leihweise zu übernehmen. Wir unterstützen solche Aktivitäten und freuen uns, dass wir mehrere Chauffeure in unterschiedlichen Betrieben platzieren konnten.» Es geht dabei nicht nur um die vorteilhaftere Salärzahlung für die Chauffeure, sondern auch um neue berufliche Erfahrungen und um die Erweiterung des eigenen Horizonts. Chauffeure für Lastwagen, Reisecars, Linienbusse oder kleinere Personentransporte zeichnen sich durch viele Gemeinsamkeiten aus und trotzdem gibt es wesentliche Unterschiede. Marco Gössi: «Mit einer Reisegruppe ans Nordkap zu fahren ist schon anders, als der tägliche Liniendienst im ÖV – aber alles hat wie überall Vor- und Nachteile.» Matthias Kempter hat sich als erfahrener Car-Chauffeur sehr rasch auf die neue Situation im Liniendiensts einstellen können: «Selbstverständlich vermisse ich die Fernfahrten mit Reisegruppen im Gössi-Car. Aber hier bei der Auto AG Rothenburg kann ich meine Fahrpraxis erweitern. Zudem schätze ich die fixen Arbeitszeiten, die mir eine bessere Planungssicherheit ermöglichen.»

 

Eine Kooperation in schwierigen Zeiten kann neue Chancen eröffnen. Für Martin Senn, Geschäftsführer Auto AG Rothenburg, gab es kein Zögern: «Wenn man sich gegenseitig aushelfen kann, soll man das unbürokratisch tun und nicht an Kleinigkeiten scheitern lassen.» So ist es für Martin Senn überhaupt kein Problem, wenn der Gössi-Chauffeur seinen Linienbus mit Gössi-Hemd statt mit der offiziellen Bekleidung der Auto AG Rothenburg steuert…!


Weitere Kooperationen sind angedacht.