Geschäftsbericht 2020

Corona hinterlässt in vielen Branchen tiefe Spuren, so auch im öffentlichen Verkehr. Während die Sparte Nutzfahrzeuge das operative Ergebnis verbessern konnte, leidet der ÖV nach wie vor infolge massiv tieferen Ticketverkäufen. Trotz allen Widrigkeiten blickt die solide finanzierte Auto AG Group mit viel Zuversicht auf die kommenden Jahre.

Das schwierige Jahr 2020 konnte mit einem blauen Auge abgeschlossen werden: Die Auto AG Group kam einigermassen gut durch die Krise. Immerhin wurden keine Mitarbeitenden entlassen und die Liquidität der Gruppe war jederzeit gesichert. Es wurden keine Covid19-Kredite bezogen und nur in sehr bescheidenem Umfang Kurzarbeitsentschädigungen beansprucht. Marc Ziegler, CEO der Auto AG Group: «Im ersten Lockdown mussten wir unseren Nutzfahrzeugbetrieb im Tessin für sechs Wochen schliessen, den Fahrplan des öffentlichen Verkehrs stark reduzieren sowie Schulbusfahrten der noch jungen Auto AG Bus komplett einstellen. Unsere Werkstätten waren gut ausgelastet, was durch die Offensive für alternative Antriebe weiter unterstützt wurde. Unser grosses Ziel, Fahrzeuge mit allen Antriebsarten betreuen zu können, haben wir inzwischen erreicht.» Ein Highlight im Rahmen dieser Initiative war die Markteinführung der Hyundai-Wasserstoff-Trucks in der Schweiz, welche die Auto AG Truck exklusiv für die ganze Schweiz umfassend betreut.

 

Öffentlicher Verkehr trübt Gruppenergebnis
Der Bereich Nutzfahrzeuge hat dank des bereits 2019 gestarteten Effizienzprogramms sehr gut gearbeitet und das operative Resultat deutlich verbessert. Auch die neue Auto AG Bus hat im Jahr 2020 ein gutes Resultat erzielt. Leider wird das Gruppenresultat durch den markanten Rückgang der Tarifeinnahmen im öffentlichen Verkehr von gut zwei Millionen Franken stark belastet. Die Auto AG Rothenburg hat in den letzten Jahren immer kosteneffizient und nach betriebswirtschaftlichen Kriterien gearbeitet. Dadurch konnten Reserven gebildet werden. Diese Reserven müssen nun dazu genutzt werden, um die Verluste aus den fehlenden Ticketeinnahmen zu decken.

 

2020 erzielte die Auto AG Group einen Umsatz von CHF 113.2 Mio. (Vorjahr: CHF 116.7 Mio.). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank von CHF 7.4 Mio. im Vorjahr auf CHF 6.2 Mio. Entsprechend ging auch der Reingewinn von CHF 1.9 Mio. auf CHF 0.6 Mio. zurück. Die Eigenkapitalquote ist mit 49.6 % leicht besser als im Vorjahr. Der Mitarbeiterbestand wuchs aufgrund des Ausbaus der Auto AG Bus von 407 auf 447 und das Unternehmen investiert weiterhin viel in die Ausbildung der 57 Lernenden.
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 4. Mai 2021 eine Ausschüttung aus Kapitaleinlagereserven von CHF 5.- pro Aktie.

 

Nutzfahrzeuge
Schweizweit nahmen die Immatrikulationen von Nutzfahrzeugen gegenüber dem Vorjahr um 18.6 % ab. Der Rückgang bei den Fahrzeugverkäufen bei der Auto AG Truck war mit 7.9 % deutlich kleiner. Umsatz und Profitabilität des gesamten Nutzfahrzeugbereichs entwickelten sich sehr erfreulich.

 

Fahrzeugbau
Nach einer guten Entwicklung 2019 spürt die GESER Fahrzeugbau AG die rückläufige Investitionsbereitschaft der Kunden. Insbesondere der Verkauf von Aufbauten für Nutzfahrzeuge lag unter den Erwartungen.

 

Personentransport
2020 konnten etliche langfristige Aufträge dazugewonnen werden. Per Ende 2020 beschäftigt die Auto AG Bus bereits 56 Mitarbeitende und befördert mehr als 500 Schüler mit 43 Fahrzeugen täglich zuverlässig in die Schule und wieder nach Hause.

 

Öffentlicher Verkehr
Nachdem der öffentliche Verkehr seit Jahren ein stabiles, zuverlässiges und prognostizierbares Standbein war, ist dieses aufgrund der Corona-Krise für den Rückgang des Geschäftsergebnisses allein verantwortlich. Die Einnahmen aus Ticketverkäufen sanken um über zwei Millionen Franken.


Immobilien
Neben dem Baustart des A2 Gewerbeparks in Rothenburg wurden 2020 auch verschiedene Umbauten realisiert. Die bereits bestehenden Mietflächen der Auto AG Immobilien sind derzeit vollständig vermietet.

 

Ausblick
Die Corona-Krise dürfte noch länger zu spüren sein. Insbesondere die Umsätze im öffentlichen Verkehr werden nicht so schnell auf das ursprüngliche Niveau von 2019 zurückkehren. Walter Huber, Verwaltungsratspräsident der Auto AG Group, zeigt sich dennoch optimistisch für die nächsten Jahre: «Wir erkennen bereits jetzt, dass sich die Investitionen in neue Technologien gelohnt haben. Der Nutzfahrzeugbereich wird sich auch im Jahr 2021 gut entwickeln und wir werden unsere Position als Marktführer für alternative Antriebe weiter ausbauen. Auch bei der Auto AG Bus sind wir zuversichtlich, dass wir unsere Marktanteile steigern und wiederum ein Wachstum im zweistelligen Bereich realisieren können.»